Der erste Eindruck ihrer Duettgesänge ist von höchster Harmonie und Kooperation. Im dichten Regenwald helfen sie dem singenden Pärchen sich wiederzufinden, nachdem sie einzeln durchs Unterholz huschten.

D. Mennill, zitiert nach Lingenhöhl 2008

One possible model of dynamics in the song control system is strongly anticipated by the singing-related firing of high vocal center-neuron patterns (HVC) that project to the robust nucleus (RA) ... We have proposed, that these HVC neurons form domino-like chains of activity that control the timing of the song.

aus: M. Long and M. Fee 2008

Der beteiligte Forscher

Beide Zitate stammen aus Arbeiten, die 2008 publiziert wurden und repräsentieren zwei Arten der Annäherung an den Forschungsgegenstand: sie beschreiben auf unterschiedliche Weise den Vogelgesang. Wie kommt die Bedeutung des Gesanges mit der Beschreibung der neuronalen Prozesse zusammen? Was bedeuten die beiden Ansätze für die Beziehung zwischen Mensch und Natur?

An diesen Fragen arbeiten wir mit dem Ziel, zu einem umfassenden Verständnis des Lebendigen und der Lebensprozesse beizutragen. Interdisziplinäre Ansätze zielen auf den Mehrwert, den die Zusammenschau der Methoden und Ergebnisse verschiedener Wissenschaftszweige schafft.

Am Institut wurde eine Palette phänomenologischer Methoden erarbeitet und erprobt, denen die naturwissenschaftlichen Arbeiten Goethes zugrunde liegen. Die kritische Reflexion der eigenen methodischen Vorgehensweise und deren wissenschafts- und erkenntnistheoretische Fundierung sind integraler Bestandteil der Arbeit und das gemeinsame Kernstück der verschiedenen Disziplinen. Je nach Forschungsperspektive – als externer Beobachter oder Beteiligter – bringt der Wissenschaftler unterschiedliche Ergebnisse hervor.

Der Leibbegriff nach Jonas und Schmitz bildet eine der Grundlagen, um Leben zu erfassen. Goetheanismus und Anthroposophie erweitern das Spektrum bis zu einer Beobachtung nichtsinnlicher Zusammenhänge. Orientierungswissen steht dabei stärker im Vordergrund als Verfügungswissen.