Ideen-Werkstatt
Evolving Science 2014

 

Die Zukunft der Goetheanistischen Wissenschaft
                               – im Verhältnis zur Natur
                               – im Verhältnis zu konventioneller Wissenschaft und Gesellschaft
                               – im Verhältnis zur Anthroposophie

 

Internationaler Workshop der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum,
15. – 18. Oktober 2014

  

Anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Glashauses – des langjährigen Sitz der Naturwissenschaftlichen Sektion – haben wir eine Ideen-Werkstatt veranstaltet, um gemeinsam an drei grundlegenden Themenrichtungen zu arbeiten, die unten beschrieben werden. Mit der Ideen-Werkstatt wurde zugleich die diesjährige Konferenz Evolving Science 2015 vorbereitet, in der wir die Arbeit fortsetzen wollen.

 

Verhältnis zur Natur:

Die Zuwendung zur Sinneswelt, zur Erde, ist ein zentrales Anliegen unserer Naturwissenschaft. Sie trägt damit wesentlich zur Kultur, auch zur anthroposophischen bei. Wie muss diese Zuwendung heute, im Zeitalter der digitalen Bilderflut und der globalen Krisen (Klima, Ressourcenverbrauch, industrielle Landwirtschaft) geschehen?

 

Verhältnis zur Gesellschaft:

Wissenschaft prägt die Gesellschaft durch die Bilder, welche sie von Natur und Mensch entwirft und durch die Technologien, die sie hervorbringt. In welcher Richtung wollen wir ihre menschenbildende Aufgabe entwickeln? Welchen Herausforderungen muss sich Goetheanistische Naturwissenschaft in Zeiten von Grossprojekten wie CERN, Genomanalysen, Systembiologie, Nanotechnologie usw. stellen? Jeder Wissenschaftler muss sich fragen, welche Bedeutung seine Arbeit für die Gesellschaft hat und wie sie sich in den allgemeinen wissenschaftlichen Kontext hineinstellt.

 

Verhältnis zur Anthroposophie:

Was bedeuten die vielfältigen Mitteilungen und Vorschläge Rudolf Steiners zum Verhältnis von Sinneswelt und geistiger Welt für unsere Arbeit? In welchem Sinne findet Wissenschaft eine Förderung durch meditative Arbeit? Kann ein dem modernen Bewusstsein angemessener Weg zum Geistigen in der Natur beschrieben werden? Rudolf Steiner sieht überdies die Möglichkeiten neuer sozialer Gestaltungen bedingt durch die Art des naturwissenschaftlichen Denkens: Wie wir denken, so werden wir in Zukunft miteinander leben. – Indem spirituelle Praxis für die Erde Bedeutung hat, rundet sich der Bogen der Tagung.

 

 

Flyer mit Programm 2014 und Anmeldebogen zum Download

Flyer with Programme 2014 and Booking Form for Download (English)

Impulsreferate

Wolter Bos:
Bringt es der Natur etwas dass wir uns mit ihr befassen?

Kann man darüber etwas sagen auf Grund der Innen-Erlebnisse die sich bei der Naturbetrachtung einstellen?
<strong>Wolter Bos</strong>, Jahrgang 1950, Lehrer für Chemie und Biologie an der Waldorfschule in Haarlem (NL). Besonderes Interesse: Vögel.

François Lusseyran:
Goetheanismus im Verhältnis zu Gesellschaft und Wissenschaft

<strong>François Lusseyran</strong>, born in Paris in 1954 is Senior researcher at CNRS in the field of fluid mechanics. His current research focuses on the spatial and temporal identification and control of vortex structures. He became a member of the Anthroposophical Society in 1979 and a member of the School of Spiritual Science in 1987 and joined the College of Natural Science Section in 1994 through a proposal of Christine Ballivet.

Johannes Wirz:
Goetheanismus im Verhältnis zur Anthroposophie

<strong>Johannes Wirz</strong>,Promotion in molekularer Genetik; Co-Leiter des Forschungsinstituts am Goetheanum; Seminartätigkeit über goetheanistische Naturwissenschaft, Anthroposophie und Bienen

Inspirationswanderung

Renatus Derbidge

Mit dem Gliedmassenmenschen dieTagungsthemen vertiefen. Die Natur als Inspiration des Ich im Umkreis nutzen und draußen sein (bei jedem Wetter!). Unter der Vorraussetzung dass Realität der Zusammenschluss von äußerer Wahrnehmung und Gedankenanteil durch den Menschen ist, kann "Wandern" als Erkenntnismethode ausgebaut werdend. Bewege ich Fragen in der Natur und schaffe es durchs laufen den Kopf mal sein zu lassen enstehen Situationen wo ich merken kann, diese oder jene Situation, etwa ein Waldhang, eine lauschige Bachsituation oder ein Felsen, sagt mir etwa. Gestisch- wie für mich inszeniert, erscheint mir plötzlich die Welt, antwortend und inspirierend bezüglich der Fragen, mit denen ich losgezogen bin...

Details der Methode werden vorab erörtert. Zur Inspirationswanderung gehört eine Auswertung/Rückblick. Festes Schuhwerk kann wichtig sein. Notzblock und Stift sind hilfreich, da Inspirationen oft flüchtig sind. Gelaufen wird in der Ermitage, Arlesheim. Treffpunkt jeweils am Steinkreuz vor der Ermitage zur Zeit laut Program. Ende ist offen, jeder kehrt in seinem Tempo zurück. Es wird darum gebeten Erlebnisse und "Früchte" der Inspirationswanderungen am folgenden Tag in die Plenen und Gesprächs-Runden mit einfliessen zu lassen. 

<strong>Renatus Derbidge</strong> hat Biologie, Geographie und Erziehungswissenschaften/ Philosophie an der FU in Berlin studiert, war drei Jahre Oberstufenlehrer in Basel und arbeitet jetzt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum mit einer Dissertation zum Thema "Rhythmischen Formveränderungen der Mistelbeere in Abhängigkeit von Mond-Tierkreis Konstellationen" die an der Universität Witten/Herdecke läuft.