Vortragsredner

Eröffnungsvortrag

Wolfgang Schad

Witten, Deutschland, Institut für Evolutionsbiologie, Universität Witten/Herdecke.

Die Metamorphose in den Metamorphosen der Naturreiche

 

 

 

 

Geschichte und Methodik

João Felipe Toni

Dornach, Schweiz, Naturwissenschaftliche Sektion am Goetheanum und Botanisches Institut der Universität Basel.

Joao Felipe G. Toni, geb. 1982, hat Biologie und Erziehungswissenschaften an der Sao Paulo Universität in Brasilien studiert und war 2010 Praktikant am The Nature Institute – Ghent, USA. Seit 2011 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum und macht ein Master of Science in Pflanzenökologie an der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Royal Botanic Garden – Edinburgh, Schottland.

Malte Ebach

Sydney, Australien, School of Biological, Earth & Environmental Sciences, University of New South Wales.

Zahlreiche Publikationen über die Geschichte, Theorie und Methodologie der biologischen Systematik, Taxonomie und Biogeographie. Forschungstätigkeit an verschiedenen Instituten und Universitäten und Mitglied eines umfangreichen kollegialen Netzwerks in Wissenschaft, Bioinformatik und Philosophie der Biologie. Verfasser von bisher sieben Büchern und mehr als 100 wissenschaftlichen Artikeln, darunter eine Reihe populärwissenschaftlicher Beiträge und Gastkommentare in renommierten Fachzeitschriften. mehr

Versuch die Metamorphose der Goetheschen Morphologie zu erklären

Morphologie soll als eine selbständige und hilfs-wissenschaftliche Disziplin verstanden werden. Durch die Rückverfolgung der Ursprünge der Morphologie werden einige historische Aspekte ihres Programms und ihrer Entwicklung als Versuch dargestellt, um Goethes (prozessorientierte) morphologische Methode in der zeitgenössischen Biologie zu überdenken. Beispiele für Studien in der Pflanzensystematik und evolutionären Entwicklungsbiologie können zeigen, dass die Morphologie nicht nur dazu beiträgt, sondern vielmehr bei der Herkunft solcher Forschungsgebiete ist.

“Mehr Licht!” Anschauung und ihre schwindende Rolle in der Morphologie

Anschauung bzw. anschauendes Denken ist der Schlüssel zur Beobachtung und zum Verständnis der Morphologie. Dies wird jedoch von Biologen des 21. Jahrhunderts als überholt und subjektiv betrachtet. Ein Unterbereich der komparativen Biologie, den dies besonders trifft, ist die Taxonomie, die in einer zunehmend nicht-komparativen, modellbasierten und technologieorientierten Biologie immer mehr an Bedeutung verliert. Sind wir damit auf dem Weg, uns selbst und das menschliche Beobachten – unwillentlich oder unwissentlich – aus dem Untersuchungsbereich der Morphologie auszugrenzen? Mit der Rückkehr zur goetheanistischen Naturwissenschaft gewinnen wir die der komparativen Biologie zugrundeliegenden Prinzipien und somit unsere Verbindung zur Morphologie wieder.

 

 

Morphologie, Mensch und Bewusstsein

Michaela Glöckler

Dornach, Schweiz, Medizinische Sektion am Goetheanum.

1946 in Stuttgart geboren. Besuch der Freien Waldorfschule. Studium der Geschichte und Germanistik in Freiburg und Heidelberg und der Medizin in Tübingen und Marburg – begleitet von Selbststudium in Anthroposophie, so wie dem Bearbeiten sozialer und weltanschaulicher Fragen. Fachärztliche Weiterbildung zur Kinder- und Jugendärztin am Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke und der Universitätsklinik in Bochum. Kinder- und Waldorfschulärztliche Praxis. mehr

Johannes Wirz

Dornach, Schweiz, Naturwissenschaftliche Sektion am Goetheanum.

* 1955 in Thun. Studium der molekularen Biologie (Bio II) an der Universität Basel. Seit 1987 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut am Goetheanum, Co-Leiter des Instituts, Mitherausgeber von Elemente der Naturwissenschaft. Seit 2014 auch Vorstand und Wissenschaftler bei Mellifera e.V. Forschungsschwerpunkte, vergangene und aktuelle: Gentechnik und Pflanzenmorphologie; Epigenetik – vom Organismus gelenkte Vererbung und Evolution; Wesensgemässe Bienenhaltung.

Steiners Konzept der 7 Lebensprozesse als methodischer Zugang zur goetheanistischen Beobachtungsweise

Rudolf Steiner hat sieben Prozessqualitäten identifiziert, durch die nicht nur Lebensvorgänge exakt beschrieben werden können. Es ist uns durch diese auch ein Erkennnis-Instrument an die Hand gegeben, mit dem die goethe`sche Betrachtungsweise selbst erschlossen werden kann: „Die Art der Betrachtung von der Art des zu Betrachtenden abhängig machen“ (Goethe) – wie kann man das lernen? Z.B. durch die Arbeit mit den sieben Lebensprozessen.

Reflexionen über Goethes Morphologie

Die Morphologie von Goethe provoziert bis heute. Sie sieht die Gestalt von Pflanze, Tier und Mensch als dynamische Ganzheit, die im Sinnlichen immer nur in Teilen erscheint. Sie behauptet, dass die Umgebung produktiv an der Bildung der organischen Formen beteiligt ist: Ohne Luft kein Vogel, ohne Wasser kein Fisch. Weil Denken die menschliche Gestalt mit formt, muss daran auch ein „Denkmilieu“ beteiligt sein. mehr

 

 

Gestalt als Prozess

Peer Schilperoord

Alvaneu, Schweiz.

Peer Schilperoord, Biologe, * 1956 Deventer, Niederlande. Verheiratet, drei Kinder 1974 – 1982 Studium der Biologie an der landwirtschaftlichen Universität Wageningen NL. 1979 – 1980 Studienjahr an der Naturwissenschaftlichen Sektion. Seit 1982 wohnhaft in Graubünden in der Schweiz. Arbeitsbereiche Getreidesortenprüfungen, Roggenzüchtung, Studium der Metamorphosen der Pflanze, historische Recherchen über Kulturpflanzen 2001 – 2005 Wanderausstellung alpine Kulturpflanzen, 2011 Buchveröffentlichung Metamorphosen im Pflanzenreich, ab 2013 Herausgabe der Schriftenreihe „Kulturpflanzen in der Schweiz“.

Rolf Sattler

Kingston, Kanada. Departments of Botany and Biology, McGill University.

1961 Doktorat an der Universität München, danach einjährige Arbeit mit Ludwig von Bertalanffy an der University of Alberta in Kanada und ein weiteres Jahr mit E. M. Gifford an der University of California in Davis. 1964 bis 1997 erst Assistent und später außerordentlicher Professor und Ordinarius an der McGill University in Montreal in Kanada. Seit seiner Pensionierung im Jahr 1997 Professor emeritus und Umzug nach Kingston (Ontario). Weiterhin zahlreiche Veröffentlichungen, vor allem auf seiner Website:
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Gestalt als Prozess – Ergreifen und Loslassen

Pflanzenmorphologie ist der Wissenschaftszweig, der sich mit dem Vergleich pflanzlicher Gestalten befasst. Goethe gilt als Begründer der Morphologie, weil er das Vergleichen zur Standardmethode gemacht hat. Ein zentraler Begriff in seinen Werken ist jener der „Metamorphose“. Metamorphose heisst Verwandlung. Goethes Schrift „die Metamorphose der Pflanze“ beschreibt die unterschiedlichen Gestalten, die das Blatt von der Keimung bis zur Fruchtbildung annimmt. Heute wird dieser Begriff in der Wissenschaft nur noch verwendet um die Formenvielfalt, welche die Grundorgane Blatt, Wurzel und Spross zeigen, zu beschreiben. mehr

Philosophie der Pflanzenmorphologie

Acht Philosophien oder Weltanschauungen werden erläutert und ihr Einfluss auf die morphologische Forschung aufgezeigt: die Fragen, die wir stellen und die Antworten, die wir geben. Goethes Auffassung und Morphologie umspannen alle dieser acht Weltanschauungen. Die moderne, fortschreitende Morphologie könnte von einer derart ganzheitlichen und allumfassenden Einstellung enorm profitieren.

 

 

Wissenschaftspraxis Pflanzen

Mark Riegner

Prescott, USA, Environmental Studies Department, Prescott College.

Doktor der Ökologie und Evolution; lehrt seit 1988 im Umweltstudienprogramm am Prescott College, einer kleinen, geisteswissenschaftlichen Hochschule im Zentralgebirge von Arizona. Unterrichtet Biowissenschaften und leitet auch Feldexkursionen nach Mexiko und Costa Rica. Erste Begegnung mit der in der „Metamorphose der Pflanzen” von Goethe erläuterten wissenschaftlichen Methodologie als Student am Emerson College in Großbritannien. Verfolgt die Anwendung ähnlicher Ansätze zum Verständnis von Morphologie, Evolution und Ökologie insbesondere bei Vögeln und hat Beiträge zu diesen Themenbereichen veröffentlicht.

Rolf Rutishauser

Zürich, Schweiz, Institut für Systematische und Evolutionäre Botanik, Universität Zürich.

Rolf Rutishauser, Prof. em. Dr., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Systematische & Evolutionäre Botanik, Universität Zürich, Zollikerstr.107, 8008 Zurich, Schweiz.
Geboren 1949 in der Schweiz, aufgewachsen auf einem Bauernhof am Bodensee (Thurgau). Verheiratet, zwei Kinder • 1970 – 1980 Studien in Biologie, Chemie und Mittelschuldidaktik an der Universität Zürich • Doktorat 1980 in Pflanzenmorphologie, speziell Blattstellungsstudien, unter der Leitung von Otto Rohweder • 1977 – 1982 Biologielehrer an Zürcher Gymnasien • 1983 – 1985 Postdoctoral fellow at Department of Biology, McGill University, Montreal.
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Untersuchung der Position des Morpho-Raums ausgehend von der goetheanistischen dynamischen Typologie: Einblicke in die Morphologie, Ökologie und das Verhalten von Vögeln

Das typologische Denken Goethes und daraus folgend seine phänomenologische Methodologie werden von einem dynamischen Aspekt unterlegt. Sofern richtig nachvollzogen, kann dieser Ansatz perfekt mit dem evolutionären Kräftespiel vereinbart werden, wodurch Einsichten in die Natur des Morpho-Raums, das Gleichgewicht zwischen Toti-Potentialismus und Hemmnissen und die rekursive Natur der morphologischen Expression gewonnen werden können. Die Vogelwelt bietet ein Kompendium von fast 10.000 Arten, die, wenn sie insgesamt betrachtet werden, eine fantastische Bandbreite unterschiedlicher Morphologien, Farb- und Verhaltensmuster und Ökologien umfassen, die allesamt für einen von Goethe vor über 200 Jahren pionierten Ansatz der phänomenologischen Forschung geeignet sind. mehr

Proteus, der sich verbirgt – oder Chaos? Sehen und Denken in moderner Pflanzenmorphologie und Evo-Devo Forschung.

Komplementäre Betrachtungsweisen sind für ein besseres Verständnis von Pflanzenformen und ihrer Evolution oft hilfreich, so z.B. das bereits von Agnes Arber (1879 – 1960) vorweggenommene holographische Paradigma und die von Rolf Sattler vorgeschlagene Prozessmorphologie, die mit Goethes dynamischer Morphologie verwandt ist. – Innerhalb der Blütenpflanzen gibt es Vertreter, die sich nicht an den üblichen Bauplan der Gefässpflanzen (Kormophyten) halten. Als Beispiele werden Blütentange (Podostemaceae) als Verwandte des Johanniskrauts (Hypericum) und Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) als Verwandte des Löwenmauls (Antirrhinum) vorgestellt. Blütentange und Wasserschlauchgewächse (speziell Utricularia) haben das Wurzel-Stängel-Blatt-Schema zu Gunsten neuer chaotisch anmutender Muster ganz oder teilweise aufgegeben. mehr

 

 

Wissenschaftspraxis Tiere

Susanna Kümmell

Witten, Deutschland, Institut für Evolutionsbiologie, Universität Witten/Herdecke.

Studium der Geologie/Paläontologie. Zur Zeit Forschungstätigkeit am Institut für Evolutionsbiologie an der Universität Witten/Herdecke. Schwerpunkte sind: Evolution der Hände und Füsse der frühen Säuger und ihrer Vorläufer, die Bewegungs- und Lebensweise dieser Tiere, Evolutionstrends und Evolutionsmuster in der frühen Säugerevolution und die Frage wie Evolution abläuft.

Craig Holdrege

Ghent, USA, The Nature Institute.

Craig Holdrege, Ph.D., ist Mitbegründer und Leiter des Nature Institute in Ghent, New York, das der goetheanistichen Naturwissenschaft gewidmet ist. Er erforscht die holistische Biologie von Pflanzen und Tieren und ist besonders interessiert an der Verwandlung unserer Denk- und Anschauungsweisen, damit wir die Natur lebensgemäss verstehen und würdig mit ihr umgehen können.

 

Plastizität bei Pflanze und Tier und die Autonomiefrage bei den frühen Säugern


Vorangestellt wird ein Vergleich zwischen Plastizität und Formbildung bei Pflanze und Tier. Als Beispiel für tierische Evolution wird die Evolution des Fusses bei den frühen Säugern und ihren Vorläufern besprochen und was sich daraus über die Evolution der Bewegungsmöglichkeiten aussagen lässt. Tendenzen von Autonomiezunahme und Autonomieabnahme werden aufgezeigt.

Stammen Frösche von Kaulquappen ab? Zum Begriff des Ursprungs in der Entwicklung und Evolution

Wenn wir Entwicklungsphänomene mit anschauendem Denken betrachten, sehen wir, dass Entwicklung nicht nur durch das Vorangegangene bedingt (or gar „verursacht“) wird. Vielmehr erkennen wir, dass in der Entwicklung ein stetig Kreatives wirkt, wodurch alles in Erscheinung tritt und sich erhält. Wenn wir dieses Wesen-im-Wirken im Organischen sehen, erscheinen Begriffe wie „Vorfahr“ und „Ursprung“ in einem ganz neuen Licht.

 

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