Kurzbeiträge der Teilnehmer

1. Die eigentliche Wesenheit des menschlichen Körpers und der Roboter

(EN - mit deutscher Übersetzung)

Nach Maschinen und Werkzeugen sind Roboter das dritte künstliche Medium, um menschliche Aktivitäten zu unterstützen. Diese sind nicht mehr in unseren Händen oder unter unserer Kontrolle und können sogar unabhängig von uns handeln. Sie lernen unter veränderten Bedingungen zu handeln und passen sich Gewohnheiten und Vorlieben ihrer Benutzer an. Dies wirft Fragen auf hinsichtlich der emotionalen Beziehung, Ethik und Bewusstsein. Diese stehen in Beziehung zum Körper und diversen seelischen und geistigen Anteilen des Programmierers als auch der Nutzer.

2. Seelische Beobachtung, die Meditation der Bewusstseinsseele als Fähigkeitsbildung

Die Entwicklung der Verstandesseele zur Bewusstseinsseele und die damit einhergehende Problematik, die sich am Beispiel der Technik zeigt, möchte ich ausgehend von den Ausführungen Rudolf Steiners in seiner Theosophie skizzieren. Dort heisst es: „Denkkraft ist es, die Schiffe, Eisenbahnen, Telegraphen, Telephone gebaut hat; und alles das dient zum weitaus grössten Teil zur Befriedigung von Bedürfnissen der Empfindungsseelen. […] Als Verstandesseele sei diese vom Denken bediente Seele bezeichnet. […] Die Bewusstseinsseele berührt die […] durch sich selbst bestehende Wahrheit […]“ Technik wird hier als Folge einer seelischen Verfassung beschrieben, die eigentlich nicht die gegenwärtig vorherrschende ist. Und dennoch bestimmt sie unser Alltagsleben. Darunter zeigt sich erst keimhaft die Bewusstseinsseele, deren Entwicklung ein Gegenpol zur Verstandesseelenkultur sein wird. Diese Entwicklung vollzieht sich durch eine bewusste seelische Tätigkeit des Menschen. Ein Beispiel dafür ist die „seelische Beobachtung nach naturwissenschaftlicher Methode“, wie sie Rudolf Steiner in seiner Philosophie der Freiheit ausführt.

Robert (Bob) P.W. Duin

Geboren 1946, Physiker, hat sein ganzes akademisches Leben als Forscher und als PhD Mentor für automatische Mustererkennung gearbeitet. Sein anthroposophisches Interesse richtet sich auf Fragen, wie sich die hierarchisch bildenden Kräfte in der Qualität der Zahlen und der technologischen Schöpfung offenbaren.

Nikolas Weber

Seit 1984 in der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie in diversen Funktionen in den Bereichen Wohnen, Werkstatt und heilpädagogische Schule tätig. Seit 2008 leitender Mitarbeiter in der Sonnenhof Arlesheim AG. Berufliche Ausbildungen: 2010 – 2011 Certificate of Advanced Studies in Leiten in Nonprofit-Organisationen an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften; 2004 – 2005 Nachqualifikation in schulischer Heilpädagogik an der Höheren Fachschule für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie in Dornach (HFHS); 1999 – 2000 Waldorflehrerseminar an der höheren Fachschule für anthroposophische Pädagogik in Dornach (HFAP); 1985 – 1989 Ausbildung in anthroposophischer Sozialtherapie im Jugendheim Weckelweiler und der Dorfgemeinschaft Lautenbach.

3. Die Aufgabe der Technologie als menschlicher Evolutionsfaktor

 

(EN - mit deutscher Übersetzung)

Andrew will relate the double-edged sword of technology to human evolution as seen from three perspectives: cosmic, earthly, and current times. He brings us to a surprising conclusion about the need for technology to enter our human experience.

4. Der Zwischenraum – Lebendigkeit und Ressource zwischen den Dingen

Sind Zwischenräume da, ohne eigentlich etwas zu sein? Befinden sie sich im Newton‘schen Sinne zwischen Greifbarem, Sichtbarem, Messbarem, sind selber leer oder leere Räume, weiter nichts? Ausgehend von dem Empfinden Peter Handke’s in seinem Buch „Aber ich lebe nur von den Zwischenräumen“, in dem er Zwischenräume als eine Art „Wert-Vakuum“ und einzigen Ort, von dem wir nicht vertrieben werden, beschreibt, nähert sich das Kurzreferat den Zwischenräumen als verborgene Schauplätze der Wirklichkeit an.

Andrew Linnell

Andrew Linnell is a graduate of the University of Michigan (BSE '72, MSE '73) and Emerson College, England ('79). A 42-year veteran of the computer industry, now retired, he reached the position of CTO in 2002. Andrew joined the Anthroposophical Society in 1979 and is currently the president of the Boston Branch and member of the School for Spiritual Science. A faculty member for the Village University of Concord, he has spoken to groups and libraries throughout the USA and abroad on various topics, from Nanotechnology to Christian Mysticism to Art History. Andrew is married, has 3 adult offspring and 2 foster teens, and resides in Massachusetts.

Andreas Rebmann

Jahrgang 1958, Studium der Physik, 1985-1998 wissenschaftliche Tätigkeit Forschungszentrum Jülich und weiteren Unternehmen zu Fragen der Endlagerung, 1998-2011 Geschäftsführer Rudolf-Steiner-Schule Lüneburg, seit 2011 Projektleitung Schulen, Aus- und Weiterbildung in der Software AG-Stiftung Darmstadt.

5. Elektrizität, Magnetismus und Kernzerfall aus Sicht der Bildekräfteforschung

Rudolf Steiner spricht von „verdichteten“ oder „verderbten“ Ätherkräften, aus denen fundamentale Naturkräfte resultieren. In einer Studie wurden diese Zusammenhänge zwischen Ätherarten und Naturkräften mit Methoden aus der Bildekräfteforschung genauer untersucht und beschrieben.

6. Elektrizität, Magnetismus und Kernzerfall aus Sicht der Geistesforschung

In der übersinnlichen Betrachtung dieser Natur- oder Grundkräfte lassen sich Signaturen erkennen, die auf verwandte konstituierende Intentionen aus der geistigen Welt hinweisen. Die Ergebnisse aus der Studie lassen sich auch im Hinblick auf die Frage nach der „dritten Kraft“ interpretieren.

Markus Buchmann

Geboren 1966, Laborant, naturwissenschaftliches Studienjahr im Glashaus, Mitbegründer und Vorstand der Gesellschaft für Bildekräfteforschung.

Frank Burdich

Langjähriger Oberstufenlehrer für Chemie, Biologie und Informatik an der Waldorfschule in Krefeld – seit 2012 Geschäftsführer der Gesellschaft für angewandte Geistesforschung GmbH mit Sitz in Dipperz bei Fulda – Forschungsschwerpunkte: Substanz-, Homöopathie- und Phytotherapieforschung, innere Qualität von Lebensmitteln, Einfluss technischer Geräte und übersinnlicher Entitäten auf den Menschen, übersinnliche Eurythmiebeobachtung, spirituelle Unternehmensberatung, Methodik und Didaktik der übersinnlichen Wahrnehmung.

7. Kritik der Technik aus phänomenologischer Perspektive

 

Goethe sah die Folgen einer Vorherrschaft mechanistischen Denkens voraus, das später in der Technisierung weiter Lebensbereiche mündete. In meinem Beitrag möchte ich Hauptaspekte einer Technik-Kritik am Beispiel von Goethes Naturforschung sowie gegenwärtiger phänomenologischer Forschung zur Diskussion stellen.

8. Das Bild als Schwellen-Erfahrung. Leben, Bewusstsein, Form – und Technik

Bilder spielen in der Entwickelung der menschlichen Bewußtseinsbildung – aber auch für die Entwickelung unserer modernen digitalen Medien-Landschaft eine dominierende Rolle. Eine durch die Sinne empfangene Wahrnehmungs-Qualität oder Bild-Gestalt wird zunächst durch die eigene Empfindungs- und Vorstellungskraft gleichsam nur nachgebildet und – in gewissem Sinne festgehalten - abrufbar für die Erinnerung. – In seiner Entsprechung findet sich dieser Einprägungs-Vorgang als rein mechanisch-physikalischer „Fixierungs“-Vorgang im Foto-Apparat. – In jedem entstehenden, im inneren Bewußtseins-Vollzug sich gestaltenden Bild-Zusammenhang vollzieht sich eine im Zeitlichen wirksame willenshafte Gedankentätigkeit. – In den Film- / Ton-Medien ist eine diesbezüglich entsprechende, mechanisch-handhabbare - vom Menschen selbst aber losgelöste Technik wirksam. Die gleichsam abstrahierte und nach außen projizierte Fixierung in der Erstellung, Speicherung und Reproduzierbarkeit von zunehmend rein mechanisch ablaufender Gestaltungs-, Bewegungs- und Bewusstseins-Gesetzmäßigkeiten treibt eine unvorstellbare Steigerung digitaler Erfindungen voran. Dieser Entwickelung gegenüber steht der moderne Mensch vor der grossen Herausforderung, sich seiner moralischen Gestaltungs-Verantwortung bewusst zu werden und diese wirksam werden zu lassen in seinem menschlich-sozialen Umfeld ebenso wie auch der ihn umgebenden Welt der natürlichen Schöpfung gegenüber. Eine mächtige, lebensvolle Unterstützung hierzu könnte eine entsprechend ausgerichtete Kunst- und Wahrnehmungs-Schulung bieten! In dem vorliegenden Farb-Gestaltungs-Versuch *1 war mein Anliegen, dass die innere Erfahrung der seelischen Gebärdensprache der Farben gleichsam verobjektiviert anschaubar werde: als Bild eines objektiv sich innerhalb der sinnlichen Aussenwelt gesetzmäßig vollziehenden und gleichzeitig innerlich erfahrbaren menschlichen Wesens-Zusammenhanges: hier im Bilde eines durchchristeten Jahreszeiten- und Festes-Geschehens. *2 Wesenhafte Gestaltungs-Zusammenhänge ergeben sich immer auf dem Hintergrund der menschlichen Lebens- und Bewußtseins-Entwickelung - im vorliegenden Falle angeregt durch eine besondere Wahrnehmungs-Schulung im Malerischen anhand diesbezüglicher Angaben R. Steiners.

*1 aus einer in Arbeit befindlichen Dokumentation "Gestaltungsaspekte beim Malen mit Kindern..."

*2 s. R. Steiner, GA 40: Der Anthroposophische Seelenkalender ermöglicht eine solche Hingabe und Vertiefung in das Jahreszeiten-Geschehen, dass darin übergeordnet-wirksame Gesetzmässigkeiten des eigenen Seelen-Webens erfahrbar werden können.

Iris Hennigfeld

Studium der Philosophie und Germanistik in Freiburg, Abschluss mit einer Magisterarbeit über Goethes Metamorphose-Anschauung. Tätigkeit als Deutschlehrerin und freischaffende Künstlerin (Malerei). 2009-2011 Goethe Fellowship Montreal, McGill University/Kanada. 2010 Forschungsaufenthalt am Goethe-Schiller-Archiv, Weimar. 2012 Forschungsassistenz am Phenomenology Research Center, Carbondale, Illinois/USA. 2013/14 Lehrauftrag an der Leuphana Universität Lüneburg. Herbst 2016 Abschluss einer philosophischen Dissertation zu „Goethes Denken im Lichte der phänomenologischen Philosophie Edmund Husserls“ (Universitäten Lüneburg und Freiburg).

Karin Joos

Geboren 13.01.1952 in Valdivia, Chile. Seit 1967 in Deutschland. 1971 Abitur. 1971-1976 Studium der Malerei, Farbgestaltung und Anthroposophie in Dornach, ("Malschule am Goetheanum" b. G. Wagner / E. Koch). 1976 Heirat, 5 Kinder. Zwischen 1986-1994 maltherapeutische Fortbildungen in Unterlengenhardt und Dornach. Farb-/Bildgestaltung v. Wänden / Malkurse / Herstellung von Marionetten + Kasperle-Fig.-/ Puppenspiele / Kinder-Bekleidung. Seit 1994 in d. anthroposophischen Heilpädagogik tätig, davon 12 Jahre Klass.-Lehrerin (1.-9. Kl). 1994-2006 in Brachenreuthe -Überlingen, DE - "Berufsbegleitendes Förderlehrer-Seminar am Bodensee" (Überlingen). 2006-2016 am "Sonnenhof" in Arlesheim - CH. (Förderunterricht im Malen, Formenzeichnen, Plastizieren). Malkurse im In- und Ausland für Waldorflehrer /Heilpädagogen /Kunsttherapeuten.

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